Warum pilgern ?

Das deutsche Wort „Erfahrung“ belegt, dass der Mensch unterwegs andere Eindrücke gewinnt, als er sie zuhause erlangen kann. Das gemeinsame Wandern, Beten und Singen ist eine besondere Form, unterwegs zu sein. Man ist in der Gemeinschaft und trotzdem auf langen Phasen des Weges ganz für sich mit seinen Gedanken. Vor allem aus dieser Ruhe wächst die große spirituelle Kraft und damit auch Anziehungskraft des Pilgerns. Außerdem reist man mit vielen Menschen, die ihren Glauben in der jüngeren Vergangenheit als etwas besonders Positives erfahren haben. Denn viele von ihnen begeben sich aus Dankbarkeit auf Wallfahrt, weil ihnen Gott in einer schweren Stunde zur Seite gestanden hat. Anders als in der Kirche, lebt man seinen Glauben für die Zeit der Pilgerfahrt vierundzwanzig Stunden am Tag und kann auf diese Weise viel Kraft für die Bewältigung des Alltags schöpfen. Deshalb erfreut sich Pilgern in Deutschland ungebrochener Beliebtheit.


Nothgottes-Fußwallfahrt 2022

Nothgottes Bruderschaft Kruft


Die diesjährigen Wallfahrt vom 02.09. bis zum 04.09. fand wie geplant statt. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

 

 

Traditionell am 1. Wochenende im September findet die alljährliche Fußwallfahrt von Kruft nach Nothgottes, oberhalb von Rüdesheim, statt; in diesem Jahr die 349. Wallfahrt vom 02. bis 04. September. Um 13.00 Uhr trafen sich die Pilger im Pfarrgarten in Kruft, wo die Wallfahrt mit der Begrüßung durch Friedhelm Uenzen, dem Vorsitzenden der Bruderschaft, und die Aussendung mit dem Segen durch Pfarrer Norbert Missong begann. Nachdem die Gebete am Gedenkstein gesprochen waren, machten sich die 54 Fußpilger unter Leitung von Altpilgerführer Rainer Lenzgen und Jungpilgerführer Christoph Roos auf den Weg der ersten Tagesetappe nach Dieblich. Über die bekannten Stationen an den Kapellen am Wingertsberg und in der Ochtendunger Straße in Kruft, dem Kreuz am Fressenberg, den Kapellen Walldörfer Höfe und Sürzer Höfe, erreichte die Gruppe gegen 18.45 Uhr Dieblich.

 

 

 

Zu Beginn der Wallfahrt am Gedenkstein an der Krufter Pfarrkirche.

Ankunft der Wallfahrer am Brunnen in Dieblich.

2. Wallfahrtstag

Nach 2-jähriger Pause wegen Renovierung der Kirche, begann der zweite Wallfahrtstag wieder um 06.00 Uhr mit einer hl. Messe in Dieblich. Abgang der Fußpilger war um 07.30 Uhr ab Dieblich Berg. Nach der Station an der Kapelle vor dem Dieblicher Wald ging der Weg über die Autobahn zum Waldrand kurz vor dem Reiterhof Naßheck, wo fleißige Helfer ein zweites Frühstück vorbereitet hatten. Singend machte man sich danach auf den Weg durch den Bopparder Wald. Die nächste Station war am Kreuz in Boppard und anschließend wurden die Pilger an der Basilika St. Severus in die Mittagspause entlassen. Am Treffpunkt hinter Boppard an der B9 setzte man die Wallfahrt um 13.30 Uhr fort. Gegenüber des Wallfahrtsortes Bornhofen wurde die nächste Station gebetet, wo man auch gleichzeitig das Glockengeläut der Wallfahrtskirche hören konnte. Nächste Station war das Kreuz in Hirzenach und nach einer kurzen Pause zogen die Pilger weiter bis zur Brücke am Hotel Landsknecht, anschließend bis nach St. Goar, wo eine Pause mit Kuchen und Getränken stattfand. Das letzte Teilstück des Tages führte dann bis nach Oberwesel, wo die Wallfahrer gegen 18.45 Uhr am Marktplatz eintrafen. Der zwischenzeitlich einsetzende heftige Regen war sicherlich der Natur willkommener als den Wallfahrern.

 

Station am Kreuz in Boppard

Ankunft auf dem Marktplatz in Oberwesel

3. Wallfahrtstag

Der dritte Wallfahrtstag begann bereits um 06.30 Uhr in Oberwesel. Vorbei an Bacharach nach Niederheimbach; dort wurde nach der Frühstückspause die nächste Station gebetet. Im Anschluss daran ging es zum Gedenkstein nach Trechtingshausen und von dort aus weiter zum Schiff nach Assmannshausen, welches pünktlich um 10.45 Uhr erreicht wurde. Nach der Überfahrt war Mittagspause bis 12.45 Uhr. An der Kapelle oberhalb von Assmannshausen fand in diesem Jahr eine besondere Ehrung statt: Hildegard Reis wurde für 60-malige Teilnahme an der Wallfahrt geehrt. Ein sicherlich außergewöhnliches Jubiläum, zu dem herzlich gratuliert wurde. Zu diesem Anlass wurde nicht nur eine Urkunde übergeben, sondern auch ein Geschenk der Bruderschaft in Form einer Ehrenplakette überreicht. Dann ging es weiter zum Kreuz vor Aulhausen und von dort in die Kirche in Aulhausen, wo eine kurze Andacht stattfand. Über die Stationen oberhalb von Aulhausen und Krufter Kreuz erreichte die Pilgerschar gegen 15.00 Uhr das Wallfahrtskloster Nothgottes, wo sich die Pilgergemeinschaft zu einer Gebetsandacht versammelte. Nach der Pause bei Kaffee und Kuchen wurden in der Wallfahrtskirche noch einige Lieder gesungen; dies findet zunehmend Anklang bei den Teilnehmern. Der nächste Treffpunkt war die Leyendecker-Kapelle, wo die Pilgerwahl stattfand. Zum neuen Jungpilger für das Jahr 2023 wurde Christian Bartz gewählt, der die Wahl und die anschließenden Glückwünsche hierzu gerne entgegennahm. Das letzte Teilstück, bei dem das Gnadenbild des blutschwitzenden Heilandes mitgetragen wird, ging über die Kirche St. Hildegardis in Eibingen bis zur Pfarrkirche Sankt Jakobus nach Rüdesheim, wo zum Abschluss die hl. Messe gefeiert wurde. Nach dem gemeinsamen Abendessen erfolgte um 21.00 Uhr die Rückfahrt mit dem Bus nach Kruft. In der Pfarrkirche St. Dionysius endete die Wallfahrt nach einer kurzen Andacht und der Übergabe der Pilgerstäbe.

 

Ehrung von Hildegard Reis für 60malige Teilnahme an der Wallfahrt vor der Kapelle in Assmannshausen.

In der Kirche des Klosters Nothgottes                Nach der Pilgerwahl                         Übergabe der Pilgerstäbe


Überarbeitung des Pilgerbuches

 

Die Überarbeitung des Pilgerbuches wurde 2021 abgeschlossen.

 

Das neue Pilgerbuch wurde bereits in einer 2. Auflage gedruckt und steht für die kommenden Fußwallfahrten zur Verfügung.

Es kann zum Preis von € 2,00 / Stück erworben werden.